Literatur

Es gibt wichtige, weniger wichtige und meine Beiträge zur Weltliteratur. Einige davon habe ich als Schlaraffe verfasst, andere als Zivilist. Was ist ein Schlaraffe? Einfach weiterlesen - irgendwann kommt die Erklärung!

Heinz Clooney

Eines Tages sprach mich eine Mitarbeiterin an und eröffnete mir, ich sähe einem bekannten Star sehr ähnlich. Ich fühlte mich natürlich geschmeichelt und bestätigte, dass ich sogar dieselbe Kaffeemarke bevorzuge wie dieser. Sie verstand nicht. Ich erklärte. „George Clooney macht doch diese Werbespots für Nespresso. What else?“ Daraufhin erfuhr ich, dass sie Heinz Erhard gemeint hatte. Meine äußere Erscheinung und mein Humor würden sie immer an ihn erinnern. Na prima! Immerhin liebte ich dessen Humor, seine Filme, Sketche und Gedichte seit meiner Kindheit. In den späten 50er und frühen 60er Jahren versuchte ich, keinen seiner Filme im Kino zu verpassen. Im Gloria Kino an der Gökerstraße in Wilhelmshaven. In den späteren 60ern und frühen 70ern erkannte ich mich wieder in Gruppen wie Insterburg und Co. Mit Ingo Insterburg, Peter Ehlebracht, Jürgen Barz und Karl Dall, wobei letzterer mir wegen seines Brachialhumors am wenigsten gefiel. Ich fuhr zu Konzerten von Reinhard Mey, Ulrich Roski („the cow is over the fence gejumpt und hat dann deinen Benz gerammt!“), Schobert und Black usw, in die Weser-Ems Halle nach Oldenburg. Otto, als legitimer Erbe von Heinz Erhard, hat heute eine große Ähnlichkeit mit Monikas Onkel Willi. Dieser war etwas irritiert, als wir unseren ersten Hund Willi nannten. So schließen sich Kreise. Aber lassen wir das. Gelegentlich überkommt mich das Bedürfnis, Blödsinn zu verzapfen, Nonsens zu dichten. Manchmal sogar mit gewissen Hintergedanken. Aber nicht immer. Hier einige Beispiele:

Stop! Jetzt wird es etwas erklärungsbedürftig. Ich bin Schlaraffe. Was das ist und was das soll, werde ich erklären müssen. Mach ich noch. Gelegentlich. Ohne diese Information wirken einige Passagen tatsächlich etwas merkwürdig. Ist aber nicht so schlimm. Nun aber weiter: (der Teil, auf den sich dieser Doppelpunkt bezieht, folgt, aufgrund später eingefügter Texte, weiter unten)

Ergänzung Januar 2024:

Gestern gab ich die kleine Verwechslungs-Anekdote bei einer Schlaraffen-Sippung zum Besten. Da erhebt sich doch ein eingerittener Ritter (Rt. Freistil) und zweifelt meine Ähnlichkeit sowohl mit George Clooney als auch Heinz Erhard an. Er erkenne in mir eher Robert Gernhardt wieder. Ist das noch zu übertreffen? Gibt es eine größere Ehre? Klar, mit George Clooney verbindet mich meine äußere Schönheit, mit Heinz Erhard meine sympathische Ausstrahlung. Aber Robert Gernhardt? Wahrlich ein Held meiner Jugend! Schon als zarter Teenager kratzte ich meine spärlichen Mittel zusammen, um ja keine Ausgabe der Zeitschrift „Pardon“ zu verpassen. Und wohin blätterte ich zuerst? Jawoll - zur Beilage „Welt im Spiegel - WimS“, die von Robert Gernhardt mit erfunden und wesentlich gestaltet war. Ein Sammelband daraus, den ich später kaufen konnte, ist das Buch, das ich sicher am häufigsten in der Hand hielt, weil die dort verewigten Weisheiten eben genau solche sind. Mich mit einem solchen Giganten des tiefschürfenden Nonsens zu vergleichen,  lässt mich vor Ehrfurcht erstarren. Inzwischen kommt allerdings noch etwas Arthrose dazu. 

Ich bin Schlaraffe

Was das ist, habe ich als Einleitung zur Homepage unseres „Reyches“ geschrieben. Weil meine geistige Kapazität begrenzt ist, habe ich den Text einfach hierher kopiert:

„Wer zum ersten Mal auf Schlaraffen trifft, könnte befremdet sein. Seltsames Verhalten, merkwürdige Kostüme, fremdartige Rituale – das alles will verstanden sein. Vielleicht denkt der flüchtige Betrachter gar an einen Geheimbund. In der Tat gab es zur Zeit des Entstehens im Jahr 1859 durchaus Gründe, etwas geheimnisvoll zu sein. Man wollte sich von Standesdünkel und Obrigkeitsdenken abgrenzen. Nicht, um Revolution zu machen, sondern, um sich frei und unbeschwert den gemeinsamen Interessen Kunst und Kultur zu widmen. Man spielte ein Spiel. Ein Spiel ist harmlos. So konnte man die Obrigkeit und die herrschenden Verhältnisse persiflieren, ohne sich in die Schusslinie zu bringen.

 

Es gibt "strenge" Regeln für Schlaraffen. Es gibt Dienstgrade, Prüflinge, Knappen, Junker und Ritter. Der Leiter einer "Sippung" muss mit "Herrlichkeit" angesprochen werden und ist unfehlbar. Alles ist durch Gesetzbücher, "Spiegel" und "Ceremoniale", geregelt. Es gibt eine eigene Sprache, das Schlaraffenlatein. Wer sich nicht korrekt verhält, wird bestraft, "gepönt"

 

Warum unterwerfen sich auch noch rund 160 Jahre nach der Gründung weltweit rund 10.000 Männer diesen Regeln? Was macht den Reiz dieses Spiels aus? Häufig ist die Rede vom "kleinen Urlaub", einen Abend in der Woche anders sein, sich anders verhalten, anders reden, unter Freunden sein, den Geist fordern ...“

Mehr wissen? Mehr lesen! Hier der Link zu besagter Homepage: https://www.reych422.org/was-ist-schlaraffia/

Derart gerüstet wird sich niemand mehr wundern, wenn in meinen Texten rätselhafte Bezüge zu einem UHU oder der konspirative Gruß „LuLu“ zu lesen sind.

Gedichte mit und ohne Sinn

Fexung des Junkers Harald zur 249. Sippung a.U.154

Des Uhus Auge manchmal tränt, 
weil er sich ganz woanders wähnt. 
An Freundschaft denkt er und Humor 
doch kommt es ihm ganz anders vor. 
 
Das Ego schwillt, die Freundschaft sinkt, 
das ist´s, was nicht nur Uhu stinkt. 
Humor ist, wenn man trotzdem lacht, 
auch wenn es mal gehörig kracht. 
 
Das Spiel gewinnt durch Stolz und Würde, 
vergisst man dies, wird es zur Bürde. 
Wir haben Regeln, Edle Ritter! 
Erinnert Euch, sonst wird es bitter! 
 
Der güldne Ball verliert den Glanz, 
verliert man ihn beim Affentanz. 
Wir sind doch Freunde, singen wir, 
das gilt noch immer, jetzt und hier! 
 
Wer ist so wichtig, dass er glaubt, 
er wird nicht schmutzig, wenn es staubt? 
Das Wort des Junkers gilt nicht viel, 
Er kam, weil ihm gefiel das Spiel. 
 
Bald soll er hier die Rüstung tragen, 
doch schlägt ihm manches auf den Magen. 
Noch klingt im Ohr das große Wort: 
„Die Sippung trägt den Alltag fort.“ 
 
Da draußen gibt es Zank und Streit, 
hier herrscht doch nur die Fröhlichkeit? 
Wenn wir nicht meinen, was wir singen, 
wohin soll das das Reych noch bringen? 
 
Seit ich Schlaraffenbrüder kenne, 
ich alle meine Freunde nenne. 
Nicht einen von Euch, sollt Ihr wissen, 
will ich bei einer Sippung missen. 
 
Der Obrigkeit die Nase zeigen, 
mal ordentlich die Meinung geigen! 
Esprit und Witz, das sind die Waffen, 
die Uhu gab seinen Schlaraffen. 
 
Blut, Schweiss und Tränen klingen heut, 
wie Reste einer finstren Zeit. 
Die Burg ist fertig, na ja fast ... 
es braucht nicht viel, bis alles passt. 
 
Wenn wir wie wahre Ritter handeln, 
wird sich zum Guten alles wandeln. 
Mit trocknen Augen schaut dann zu 
der große Vogel, der Uhu 
LuLu


Walther auf dem Stein

„Ich saz ûf eime steine
 und dahte bein mit beine,
 dar ûf satzt ich den ellenbogen;
 ich hete in mîne hant gesmogen
 daz kinne und ein mîn wange.
 dô dâhte ich mir vil ange,
 wie man zer welte solte leben.
 deheinen rât kond ich gegeben,“ 

(Walther von der Vogelweide) 

… 

Schon unser guter Walther, 

der aus dem Mittelalter, 

verlor bald alle Freude 

auf seiner Vogelweide. 

Auch damals fand die Jugend 

Nur schwer den Pfad der Tugend. 

Das Volk sah seine Fürsten, 

nach Macht und Mammon dürsten. 

 

Wie sollen heut die Kleinen, 

wenn solche Lichter scheinen, 

den Weg zum Anstand finden, 

wo Ehr und Vorbild schwinden? 

Die Lehre aus der Krise 

 -ich meine nicht nur diese- 

Weg mit den alten Zöpfen- 

Her mit den klaren Köpfen! 

 

Doch wenn wir heute sehen, 

was früher schon geschehen, 

seit tausenden von Jahren, 

so können wir erfahren, 

dass damals schon die Leute 

nicht anders war´n als heute. 

Wir seh´n von der Geschichte 

kaum mehr als nur Gedichte. 

 

Verdruss gehört zum Leben, 

trotz unser aller Streben. 

Das wissen wir schon lange, 

drum seien wir nicht bange, 

Schlaraffia, Freundschaft, und Humor 

zieh´n wir der schönsten Krise vor. 

Und Walther von der Weide - 

mit uns hätte er Freude. 

 

Die Vögel lässt er fliegen. 

Furcht und Verdruss besiegen. 

Wer Kunst, Humor und Freundschaft pflegt, 

der weder Bomb noch Mine legt. 

Mensch zu sein, ist unser Los, 

was soll daran so schlimm sein bloß? 

Lernen wir von den Alten, 

die Welt gut zu gestalten. 

 

Der wahren Werte wahrer Wert, 

für den, der den Uhu verehrt, 

ist Harmonie mit unsrer Welt, 

statt nur das Streben nach dem Geld. 

Als gute Freunde leben, 

gemeinsam mal das Glas erheben. 

So nützt der ganzen Menschheit 

Entspannung in der Freizeit. 


Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

„Man müsste eigentlich ...“ ist so ein Satz,

der gerne steht an einem Platz,

wo Taten was bewegen sollten,

für das, was wir erreichen wollten.


Am Anfang steht oft die Idee,

das fällt noch leicht und tut nicht weh. 

Doch ein Gedanke, der ersonnen,

ist wertlos, wird dann nichts begonnen.


Nur, was ist´s wert, zur Tat zu werden?

Nicht alles, was entsteht auf Erden,

wird nach viel Mühe im Ergebnis

zum angestrebten Glückserlebnis.


Wenn wir uns umseh´n auf der Welt,

dann geht es oft um Macht und Geld.

Die wahren Werte -, wird uns klar,

- die sind oft leider unsichtbar.


So mancher wirkt - und das ist schön -

im Stillen ohne groß Getön.

Getan ist besser als gesagt,

Ans Ziel kommt der, der auch was wagt.


Der sich bewegt und Mut beweist,

der kann erleben, wie sein Geist

die Welt bewegt und vorwärts bringt,

wenn das, was er beginnt, gelingt.


Konfuzius, der war nicht mal dämlich,

er sagte schon ganz früher nämlich,

dass, dem, der einen kleinen Schritt macht,

zum Schluss die große Reise lacht.


Drum mach den Schritt, leg einfach los,

vielleicht wird, was Du tust, mal groß.

Und wenn Dein Werk bleibt eher klein,

auch das macht nichts, denn es ist Dein!


Was Du bewegt hast, bleibt Dir lang,

so hab den Mut und sei nicht bang.

Fang einfach an, hör auf zu warten,

denn irgendwann muss jeder starten!


Tor und Torjäger 

Ein junger Mensch ist wissbegierig, 

doch ist das Lernen manchmal schwierig. 

So kommt es gar nicht selten vor, 

manch einer bleibt ein dummer Tor. 

 

Ein anderer zieht mit Verstand 

den dicken Weisheitsfisch an Land. 

Er braucht viel Platz hinter der Stirn 

für sein gespicktes Denkerhirn. 

 

Im Leben dann, so ist es wahr, 

da kommen alle beide klar. 

Denn kein Geheimnis ist es nämlich, 

dass es nicht wehtut, wenn man dämlich. 

 

Ein Tor, der Tore schießen kann, 

der ist ein sehr gefragter Mann. 

So wird er schon mal Millionär, 

das fällt dem klugen Mann oft schwer. 

 

Mit einer harten Kickerbirne, 

verdient man mehr als mit dem Hirne. 

Der Preis von Nobel bringt nicht viel, 

vergleicht man ihn mit Rasenspiel. 

 

Doch dann im Alter kann es sein, 

dass Kopf nichts taugt und auch nicht Bein. 

Im Sessel dann, dem mit den Ohren, 

da sitzen dann zwei alte Toren. 

 

Die warme Decke über´m Knie, 

einer nicht mehr, einer noch nie, 

vor dem Verstand schließt sich das Tor, 

die beiden bleiben nun davor. 

 

Der Kluge hat den Schlüssel nur verloren, 

der andre wurde dumm geboren. 

Wohl dem, der Torheit schon geübt, 

bevor sich der Verstand getrübt. 

 

So hat er beides schon erfahren, 

und kann in seinen späten Jahren, 

an dem sich freuen, was ihm bleibt, 

auch wenn er nur noch Unsinn schreibt.

Lebe Dein Leben!

Des Menschen Leben ist meist endlich, 

so ist das Streben auch verständlich, 

dem Leben einen Sinn zu geben, 

wozu auch sonst sollte man leben? 

 

Doch kann es wohl der Sinn nicht sein, 

wenn man nur danach sucht allein. 

Was soll denn wohl das ganze Streben, 

wenn man dabei vergisst zu leben? 

 

Die Welt ist groß, es gibt so viel, 

da lohnt sich mehr als nur ein Ziel. 

Glück zu erlangen und zu schenken, 

an sich und auch an andere denken. 

 

Wer selbst strahlt, gibt auch anderen Licht, 

der Finstere, der kann das nicht. 

So kann man gut sich selber schützen 

und doch auch anderen Menschen nützen. 

 

Du weißt, was für Dich richtig ist! 

Pass auf, dass Du das nicht vergisst! 

Wenn Du den Spaß vergessen hast, 

hast Du am Ende was verpasst. 

 

Wenn Du zurückblickst auf Dein Leben 

und es hat keinen Spaß gegeben, 

wirst Du erleben, dass die Deinen 

sogar an Deinem Grabstein weinen. 

 

Es wär doch schade um die Zeit, 

wenn man sich über gar nichts freut. 

Drum leb Dein Leben, fang gleich an, 

damit ich mit Dir froh sein kann!

Lob dem Lob

Schlaraffen hört! Dann lernt Ihr was, 

denn das ist wichtig und macht Spass! 

Noch niemals, das steht fest, Ihr Lieben, 

ist ein Schlaraffe dumm geblieben. 

 

Mit Lob wird meistens der gelabt, 

der irgendwie ist hoch begabt. 

Doch wessen Fähigkeit bescheiden, 

der muss an Lob oft Mangel leiden. 

 

Er müht sich, rackert, macht und tut, 

doch was er macht wird selten gut. 

Er ist ein Dodl und er weiß es, 

das führt dazu, dass er meist leis ist. 

 

Wie gern würd er was Schönes schaffen, 

drum ist er ja bei den Schlaraffen. 

Doch wenn´s nicht geht, dann geht es nicht, 

so ist ganz traurig sein Gesicht. 

 

Er grämt sich hin, er grämt sich her, 

es fällt ihm alles doch so schwer. 

Den Uhu nun um Rat er fragt 

und es gefällt ihm, was der sagt: 

 

„Seit Du Schlaraffe bist, mein Sohn, 

schaffst Du für mehr als nur Lohn! 

Du gibst Dein Bestes und das ist, 

in meinen Augen niemals Mist. 

 

Ich sehe, wie Du Dich bemühst, 

wie Du vor Eifer strahlst, bist Du fast glühst. 

Das, Freund, gefällt mir, das ist gut, 

wir alle lieben Deinen Mut.“ 

 

Sprachs, zwinkerte und wartet nun, 

auf das, was seine Sassen tun. 

Und das ist ohne Frage klasse 

und es erhebt sie aus der Masse. 

 

Dass das viel Lob verdient, ist klar, 

was hier geschieht ist wunderbar. 

Eigenlob allein jedoch ist schlecht, 

denn loben ist der andren Recht. 

 

Drum lob erst ich und dann lobst Du, 

dann loben wir rund um uns zu. 

Darüber freut sich der Uhu, 

und wir freuen uns noch mehr - LuLu!

Aufruf zur Fortpflanzung

Der Mensch zum jagen wird geboren 

seit er das Paradies verloren. 

Sonst bringt er Frau und Kinder 

nicht durch die kalten Winter. 

 

Das Fleisch kann er sich kochen 

zum Werkzeug taugen Knochen 

und was er nicht kann atzen 

das stopft er in Matratzen. 

 

Der Fleck aus Bratensoße 

schmückt seine Lederhose. 

Denn ohne Jagd kein Fleck 

und auch die Hose weg! 

 

Gemütlich in der Höhle 

fragt er sich, was noch fehle. 

Nach all dem Jagdgetriebe 

sehnt er sich nach der Liebe. 

 

Denn auch die schönste Wildsau 

ersetzt ihm nicht die Burgfrau. 

So schön die Sau auch ist 

die Frau er lieber küsst. 

 

Die Minne mit der Keule 

führt bei der Braut zur Beule. 

Auch ist sie drauf nicht pässlich 

manchmal sogar recht hässlich. 

 

Drum wandelt sich die Mode 

bei seiner Jagdmethode. 

Umhüllt er sie mit Charme 

so wird sie schneller warm. 

 

Heut ganz wie in der Steinzeit 

der Mann um seine Frau freit. 

Nur trifft er sie im Internet 

Früher ging´s noch direkt ins Bett. 

 

Wenn wir nicht mehr verkehren 

tun wir uns nicht vermehren. 

Wir müssen doch verhindern 

dass wir uns gar vermindern. 

 

Man kann es schon jetzt lesen 

bald werden wir Chinesen. 

Denn hier in Westeuropa 

wird kaum noch jemand Opa. 

 

Drum auf Ihr alten Knacker! 

Wir brauchen kleine Racker, 

die für die Rente sorgen. 

Sonst geht das Licht aus morgen!

Der Knopf des Pharao 

Am Nil, vor vielen Jahren, 

da konnte man erfahren, 

was eine kleine Sache 

staatstragend wichtig mache. 

 

Im Lande der Fellachen, 

gab es fast was zum Lachen. 

Doch war es dort wie anderswo - 

man lacht nicht über Pharao! 

 

Der kleine Herrscher stand 

in seinem Reichsgewand 

vor seinen Untertanen, 

zur Treue sie ermahnen. 

 

Da wird an seiner Hose 

das ob´re Ende lose. 

Oh Herr – sie sinkt zu Boden 

man sieht schon seine – Waden. 

 

Ein aufmerksamer Wächter 

der fürchtet Volks Gelächter. 

Er stellt sich so in Pose, 

dass keiner sieht die Hose. 

 

Im Schatten dieses Guten 

tut Ench Amun sich sputen, 

sich zu komplettisieren 

und weiter zu regieren. 

 

Zurück bei seiner Mutti 

beklagt der kleine Tutti, 

das rutschende Gewand, 

ward zur Gefahr fürs Land. 

 

So eilte Mutti Tutti gleich 

zum besten Schneider in dem Reich. 

Sie traf Ramses Banani, der 

im Kreis seiner Verehrer 

Vor seiner rosa Pyramide 
Tee trank und die Mode schmiedete 

 

Kaum hört der Meister, Herr der Nadel 

von der Gefahr für Hof und Adel. 

Zerbricht er sich das Köpfchen 

und konstruiert ein Hosenknöpfchen. 

 

Seht her o Mutter unsres Reiches 

noch niemals vorher gab es gleiches. 

Nun hält die Hose deines Kindes 

sogar wenn starker Wind ist. 

 

Ein kluger Säckelmeister denkt, 

wenn er ´nen Knopf einfängt, 

„es ist des Reyches höchstes Glück, 

bekommt es diesen Knopf zurück! 

Vielleicht ist es ja wirklich so 

und hier ist er – der Knopf des Pharao.“

Schluckus interruptus

Der Sommer war ein warmer, 

oft saß ich da, ich Armer 

und dachte „jetzt und hier, 

hilft nur ein kaltes Bier.“ 

 

Und wie ich da so sitze, 

und in die Polster schwitze, 

da kommt der Ober angelaufen. 

Dem will ein Bier ich nun abkaufen. 

 

„Bring mir ein Bier Du guter Herr!“ 

Ein Bier bestellen ist nicht schwer. 

Er geht nun los und ich bleib sitzen, 

und kann alleine weiter schwitzen. 

 

Ich sitze da und trockne aus, 

der Ober kommt nicht aus dem Haus. 

Ich warte lang, ich warte länger, 

mein Hals, der wird schon immer enger. 

 

Mir geht es schlecht, ich habe Durst, 

dem Ober ist das alles Wurst. 

Kollege kommt und hört mein Klagen, 

er will es gleich dem andren sagen. 

 

Dann kommt er wieder und verkündet, 

warum mein Leid kein Ende findet. 

Derweil ich warte, schwitze, darbe, 

hat sich verliebt der Unglücksrabe. 

 

Ein Mädchen, schön, mit scheuem Blick, 

da bleibt ein jeder Gast zurück. 

Nach dem Vollzug der Liebessachen 

kann er dann mit mir weitermachen. 

 

Und wie es kommt so dann und wann, 

Erfolg hat der, der warten kann. 

Nach absolviertem Liebesspiel, 

kommt auch mein Bier, ganz kalt und viel. 

 

Nun wünschte ich dem Paar viel Glück 

und ging dann an den Strand zurück. 

Nur ganz, ganz kurz wünscht ich mir sehr, 

dass ich an seiner Stelle wär.

Das Jahr 2016 neigt sich zum Ende 

Zum Ende neigt sich dieses Jahr. 

Es ist vorbei, soviel ist klar! 

Ob es nun gut war oder schlecht, 

frag ich mich, doch ich weiß nicht recht. 

 

Der Krieg weit weg macht uns nichts aus, 

doch jetzt kommt er zu uns ins Haus. 

Die Bilder sieht ein jeder täglich, 

moderne Technik macht es möglich. 

 

Und noch etwas ist anders heute, 

der Krieg schickt uns auch noch die Leute. 

Zu helfen wäre unsere Pflicht, 

doch allzu oft gelingt das nicht. 

 

Sehr häufig träumt man gern romantisch 

und handelt dann doch dilettantisch. 

„Wir schaffen das“ - gar keine Frage! 

Nur stellen muss man sich der Lage. 

 

Den Flüchtling hat der Krieg vertrieben, 

er wäre gern zu Haus geblieben. 

Nun sind sie hier in hellen Scharen, 

für die wir nicht gewappnet waren. 

 

Und mancher Deutsche, satt und fett, 

verhält sich überhaupt nicht nett. 

Angst vor Fremden und vor Mühe, 

den Nutzen hat die braune Brühe. 

 

„Wir schaffen das“ bleibt trotzdem richtig. 

Ein klarer Kopf ist dafür wichtig. 

Die Angst jetzt mit Parolen treiben, 

die können mir gestohlen bleiben. 

 

Natürlich müssen Regeln gelten, 

in Ämtern und in Flüchtlingszelten. 

Aus ruhigem Handeln wächst die Kraft, 

mit der man wahre Wunder schafft. 

 

„Ich kenn die Lösung ganz genau!“ 

sagt mancher aufgeblasene Pfau. 

Vor derart eitlem Selbstbetrug, 

bewahr uns Uhu, weil er klug. 

 

Im Uhuversum ist es zu erleben, 

wie manche sich zum Pfau erheben. 

Genau wie in der Profanei, 

sind wir auch hier davon nicht frei. 

 

Kunst, Freundschaft und Humor erleben, 

das ist es, wonach wir doch streben. 

da ist kein Platz für Eitelkeiten, 

lasst einfach mal die anderen streiten. 

 

Hier in der Sippung gibt es Frieden, 

der anderswo uns nicht beschieden. 

Mit Witz und Geist die Zeit verbringen, 

Misstöne sollen andere singen. 

 

Mit Uhus Hilfe wird das Spiel uns freuen, 

wir müssen nicht die Zeit bereuen, 

sonst grämt sich noch der edle Uhu 

und schmeisst uns mit Gewölle zuhu. 

LuLu 

Weihnachten 2016

Wenn Tag und Nacht der Jingle bellt, 

der Zug sogar in Wolfsburg hält, 

wenn Kuchen lebt und Wein verglüht, 

dann wissen wir, was uns jetzt blüht. 

 

Die Weihnachtsgans bangt um ihr Leben, 

zum Fest soll es ja Braten geben. 

Bei Amazon die Kasse lacht, 

so macht sie Spaß, die stille Nacht. 

 

Bei Hoppenstedts die Lieder klingen, 

was wird der alte Mann wohl bringen? 

Oh je, den Sack hat er vergessen, 

zu lang hat er beim Punsch gesessen. 

 

Jetzt ist er blau, statt rot und weiß, 

schwankt hin und her, der Tattergreis. 

Im nächsten Jahr, das wissen wir, 

bekommt der Weihnachtsmann Hartz IV. 

 

So feiern wir in diesem Jahr, 

ganz anders, als es früher war 

und selbst der Baum trägt statt Lametta, 

mal wieder seine eignen Blätta. 

 

So lasst uns froh und munter sein. 

Wir schenken noch ein Gläschen ein 

und fröhlich leuchtet dann die Nase 

nach dem Genuss von manchem Glase.