Zivilist
Manche Leute bezeichnen sich als „Arbeitnehmer“. Das können sie werden, weil sie ein Gegenstück, den „Arbeitgeber“ finden. Wie soll man nun Leute bezeichnen, die einfach so arbeiten? Arbeit finden und erledigen. Ohne Chef. „Arbeitfinder“? Die Bezeichnung ist mir egal. Das Ergebnis gefällt mir.
Selbst und ständig
Seit meinem Abschied von der Luftwaffe bin ich selbständig. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich Schwerpunkte meiner Arbeit verschoben. Letztlich ging es immer irgendwie um Immobilien, die mich schon als Sparkassenlehrling interessiert hatten, Finanzierung und Finanzen. Ich habe gute und schlechte Zeiten erlebt, Glück und Pech gehabt. Immer habe ich von meiner Arbeit leben können. Nie war ich „pleite“, nie hat mich ein Kunde verklagt und nie wurde ich, trotz einiger sehr heftiger Auseinandersetzungen, strafrechtlich belangt. Bis heute!
Eine sehr unschöne Episode in Spanien, in der ich eine Angestellte zur Geschäftspartnerin machen wollte, endete mit der rechtskräftigen Verurteilung eben dieser Dame zu Geld- und Freiheitsstrafe. Sie hatte mich nicht nur bestohlen, belogen und betrogen, sondern auch einen regelrechten Vernichtungsfeldzug, gesellschaftlich und geschäftlich, gegen mich geführt, um von Ihren eigenen Straftaten, auch gegen Kunden, abzulenken. Alle Verleumdungen und Lügen, die auch über ihr Netzwerk intensiv verbreitet wurden, erwiesen sich als haltlos und weder offizielle noch private Verfahren gegen mich wurden eröffnet. Nach der Verurteilung verschwand die Dame aus der Öffentlichkeit in der Versenkung und dort kann sie auch bleiben. Ich werde nicht weiter darauf eingehen.
Angeklagter Wolff
Tatsächlich hatte ich in den fast 60 Jahren meiner Berufstätigkeit nicht immer ein glückliches Händchen bei der Wahl meiner Geschäftspartner. Es gab durchaus eine Situation, die ich wirklich kein zweites Mal erleben möchte: Anfang der 80er Jahre war ich gemeinsam mit zwei Partnern Gesellschafter und Geschäftsführer einer Gesellschaft. Diese Partnerschaft endete in einem Desaster und ich machte meine erste und bis heute einzige Bekanntschaft mit der Anklagebank. Die Geschäftspartner, denen wir das Desaster verdankten, hatten uns angezeigt, um zivilrechtliche Forderungen zu unterstützen. Meine „Partner“ hintergingen mich und vereinbarten einen „Deal“ mit der Staatsanwaltschaft. Sie wurden rechtskräftig wegen Untreue zu 9 Monaten mit Bewährung verurteilt. Für etwas, was sie definitiv nicht getan hatten. Ich wusste das, meine Partner nicht. Sie waren einfach zu dumm. Wie erwähnt hatte ich In der Tat nicht immer ein glückliches Händchen bei der Wahl meiner Geschäftspartner. Ich ließ mich nicht auf den Deal ein. Sehr zum Missfallen des Gerichts und des Staatsanwalts. Im Laufe des Verfahrens versuchte man mehrfach, mich zum Einlenken zu bewegen. Meine Antwort „So wie Sie gearbeitet haben, gebe ich Ihnen nicht einmal 50 Pfennig Trinkgeld!“ belustigte den Staatsanwalt nicht. Mein Anwalt beschwor mich: „Wenn die suchen, dann finden die etwas! Eine Bewährungsstrafe erfährt doch keiner! Das ist doch viel einfacher für Sie!“ Meine Antwort war eindeutig: „Doch! Ich erfahre es und ich muss mich jeden Morgen beim Rasieren im Spiegel ansehen. Ich bin kein Straftäter und die werden nichts finden!“ Bei einem weiteren Vorstoß bot ich meinem Anwalt eine Alternative: „Entweder, Sie überzeugen mich, dass ich eine Straftat begangen habe, oder Sie überzeugen das Gericht, dass das nicht so ist!“ Nach 15 (!) Verhandlungstagen wurde ich „aus tatsächlichen Gründen“ rechtskräftig auf Kosten der Staatskasse freigesprochen. Es gab ein kleines Nachspiel, als ich die „notwendigen“ Kosten einforderte. Ich hatte etwa 60.000 DM für Anwälte und Gutachter ausgeben müssen. Als „notwendig“ erachtete das Gericht 6.000 DM, ein Zehntel. Die aber wollte ich haben. Wegen einer „Büropanne“, wie der Richter sich später entschuldigte, kam das Geld aber nicht. Also rief ich den Richter an und drohte ihm mit dem Gerichtsvollzieher. Vielleicht entspricht das nicht ganz dem üblichen Verfahren, aber mir war danach. Jedenfalls kam das Geld dann sehr schnell. Mein persönliches Fazit aus der Sache: So mancher arme Teufel wird nur verurteilt, weil er, obwohl unschuldig, dem Druck nicht standhält. Letztlich kann aber auch die Justiz in einem Rechtsstaat nicht machen, was sie will. Auch im Rückblick würde ich es heute nicht anders machen.
Ja, es gibt einige Dinge, die ich mit meinem heutigen Wissen anders machen würde. Weil man hinterher klüger ist. Sobald Zeitreisen gefahrlos möglich sind, werde ich mich auf den Weg machen und alle alten Fehler korrigieren. Bis dahin muss es bei den Lehren bleiben, die ich ziehen kann, konnte oder sollte.
Umzug nach Spanien
Mitte der neunziger Jahre teilte ich mir mit zwei Kollegen ein Büro in München. Wir bedienten, unabhängig voneinander, selbständig unsere Kunden und arbeiteten mit einer Gruppe weiterer Kollegen über eine Gesellschaft aus dem Raum Stuttgart zusammen. Unter anderem verkauften wir für einen Münchener Bauträger Wohnungen in Leipzig, wo wir uns vor Ort wochenweise abwechselten. Die Neubau-Wohnungen verkauften wir an Einheimische zum Selbstbezug und halfen ihnen bei der Finanzierung und der Erlangung öffentlicher Mittel. Das klappte gut, die Leute wurden gut bedient, aber die Stimmung war gedämpft. Misstrauen, Undank und die Fahrerei, u.a. durch das winterliche Fichtelgebirge, nervten. Wir waren erfolgreich, hatten aber wenig Freude an der Arbeit.
Im April 1996 verkündete einer meiner Kollegen, er wolle sich mit Immobilien in Spanien beschäftigen, weil er bereits von mehreren Mandanten darauf angesprochen worden sei. Er habe einige Termine mit Bauträgern und Maklern an der Costa Blanca vereinbart und wolle nun einen Flug buchen. Spontan rief ich ihm zu, er möge für mich mitbuchen. So flogen wir mit HAPAG Lloyd nach Alicante und ich betrat zum ersten Mal spanischen Boden (die 2 Stunden im verschneiten San Sebastian im Februar 1995 lassen wir mal weg).
Man muss es erlebt haben - noch vor wenigen Tagen gestresst durch Eis und Schnee in Deutschland über die Autobahn gehetzt - nun bei sommerlichen Temperaturen im freundlichen Hotel Oliva Nova Golf. Unendlicher Strand, fast schon kitschiger Duft von Orangenblüten, freundliche Menschen, guter Wein ... Kurz - ich kam von nun an öfter. Auch das Geschäft lief recht gut. Ich verkaufte die Häuser mit Überzeugung und die Kunden wurden gut bedient. 1998 schenkte mir meine Nichte zur Silberhochzeit das Logo „Sol und Haben“, das ich für mich beim Patentamt als Bildmarke schützen ließ. Sie stand damals kurz vor dem Abschluss als Kommunikationsfachwirtin. Das Wortspiel vereinte meine Tätigkeit als Finanzberater mit dem neuen Standbein im sonnigen Spanien. Später stellte sich heraus, dass auch deutschstämmige Bauträger in Spanien recht knorrig bei der Provisionsabrechnung sein können und es gab Arbeit für Anwälte. Ich setzte mich weitgehend durch und versuchte es danach mit einigen weiteren Bauträgern. Das war auch nicht so toll, aber die Gegend um Denia gefiel mir weiterhin.
Nicht nur mir, sondern auch meiner lieben Frau gefiel es hier. Zuvor hatte sie sich mehrfach aus gesundheitlichen Gründen am Toten Meer aufgehalten. So kam der Gedanke auf, dass spanische Sonne und das Mittelmeerklima nicht nur angenehm, sondern auch nützlich sein könnten. Ende 1999 ging dann alles sehr schnell: „Was hältst Du davon, wenn ich in Denia überwintere?“ Es vergingen nach dieser Frage meiner lieben Frau keine vier Wochen, bis wir mit vollbepacktem Auto Anfang Dezember 1999 in Denia eintrafen. Frau und Hund Willi lebten fortan in Denia. Der arme Mann flog zurück nach München in die Kälte und die einsame Wohnung. Fortan führten die Wolffs eine Wochenendehe. Über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel blieb ich länger. Ansonsten mussten wir uns mit den gemeinsamen Wochenenden begnügen. Trotzdem war es eine schöne Zeit. Anfang Februar 2000 hatte meine liebe Frau in Denia einen eigenen fahrbaren Untersatz und ich konnte meinen geliebten alten BMW 730i wieder nach München mitnehmen. So fuhr ich dann an einem Februarmorgen um ca. 10:00 Uhr von El Palmar über La Jara zur Autobahnauffahrt. Die Sonne schien und ich fuhr durch grüne Orangenplantagen und Palmen auf die Berge zu. Eine Kulisse, die mich heute noch immer wieder gefangen nimmt. Es folgten mehr als 15 Stunden Autofahrt, unterbrochen von einer Übernachtung. Viel Zeit zur Entspannung und zum Nachdenken.
Die Autobahn verlief zunächst parallel zum Mittelmeer, das Wetter und die Landschaft waren herrlich. Erst unmerklich, dann immer schneller, wurde es grauer, dunkler, kälter. In München erwarteten mich nicht Frau und Hund, sondern Kälte, Matsch und Schnee. Und ich hatte nachgedacht. „Was mache ich eigentlich den ganzen Tag? - Wie sieht meine Arbeit aus? - Wie oft treffe ich Kunden?“ und die wichtigste Frage: „Gibt es in Spanien eigentlich keine Schreibtische?“
Schon damals konnte man Anrufe vom Festnetz in Deutschland auf das Handy umleiten, mit dem man in fast ganz Europa erreicht werden konnte. Teuer, aber problemlos. Von daher war es egal, wo man saß. Wenig später hatte ich zunächst einen geliehenen Schreibtisch und einen Platz im Büro eines Bauträgers. In Denia, in der Calle Marques de Campo Nr. 16. Dann ein winziges eigenes Büro in demselben Haus. Dann größer, dann ein weiteres Büro für Mitarbeiter, noch ein Büro, dann ein großes Büro. 2001 hatte ich in Denia meine spanische Firma gegründet und hielt mich ebenfalls fast nur noch in Spanien auf. Nach dem Tod unseres geliebten Willi, der uns 17 Jahre und 4 Monate begleitet hatte, lösten wir im Februar 2004 unseren Hausstand in München endgültig auf und zogen komplett nach Spanien. 2011 fing ich mit Solvida in Beniarbeig an und richtete dort ein weiteres Büro ein. In der Marques de Campo 16 zog ich wieder in ein kleineres Büro um, von dem ich mich bis 2017 nicht trennen konnte. Bis heute habe ich dort eine Adresse.
Sicherheit im Wandel der Zeit
Im Laufe der Jahre hat sich das tägliche Leben in vielerlei Hinsicht verändert. Durchaus auch positiv. Sehr drastische Veränderungen gab es jedoch bezüglich der Sicherheit oder dessen, was man dafür hält. Verschiedene Ereignisse führten fast unmerklich zu immer weiteren Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Heutige junge Leute können sich die folgenden Beispiele wahrscheinlich kaum vorstellen:
Mit „Bombe“ im Flugzeug
Wie erwähnt, war ich von 1974 bis 1977 Nachschuboffizier bei einem Transall-Geschwader in Penzing bei Landsberg. Die Transall war eigentlich ein Transportflugzeug für Mittelstrecken, das dafür gedacht war, Material von Portugal in die „Kampfzone“, also nach Deutschland zu bringen. Nach einer Änderung der Strategie und der Nachschubwege war diese Aufgabe nicht mehr so wichtig und man setzte die Maschinen zunehmend auch „artfremd“ ein. So auch für Transatlantikflüge, die die Reichweite arg strapazierten. Es gab die Nordroute über Island und Neufundland und die Südroute über die Kanaren und die Karibik, um die Strecke über der offenen See möglichst kurz zu halten. Trotzdem war die Ladekapazität wegen der Betankung bis zum Stehkragen arg eingeschränkt. Nun ergab sich unterwegs bei einer Maschine ein Problem mit der Feuerlöschanlage für ein Triebwerk und das Flugzeug saß auf der Kanareninsel La Palma fest. Fern der Heimat in Spanien, das damals noch kein NATO Mitglied war. In Penzing war guter Rat teuer. Selbst die Kommunikation mit der Besatzung war damals noch recht kompliziert. Per „Phone Patch“ über Kurzwelle zu festgelegten Zeiten. Unsere Techniker beschlossen, einen Flugzeugmechaniker mit den benötigten Ersatzteilen im Handgepäck mit einer Linienmaschine der Iberia loszuschicken. Ich musste die Papiere vorbereiten. So flog also der junge Mann mit einem Temperaturfühler, einer Sprengkapsel, einem Druckbehälter mit Halon Gas und verschiedenen Kabeln im Handgepäck in einer Zivilmaschine auf die Kanaren. Im Falle einer Kontrolle konnte er einen Beleg vorweisen, der bescheinigte, dass der komplette Bombenbausatz Nato-Eigentum und er kein Terrorist sei. Er hatte Glück und wurde nicht kontrolliert. Die automatische Feuerlöschanlage funktioniert übrigens so, dass bei Überschreiten einer bestimmten Temperatur, die der Fühler am Triebwerk feststellt, die Sprengkapsel ausgelöst wird, das Gas sich explosionsartig verbreitet, den gesamten Sauerstoff verdrängt und damit das Feuer löscht. Im Innenraum eines Flugzeugs keine schöne Vorstellung.
Schwache Wache
So ein Fliegerhorst ist ganz schön groß. Allein die Start- und Landebahn mißt rund 3,5 Kilometer. Dazu kommen die Rollbahnen, Vorfeld, Tanklager, Flugzeughallen, Werkstätten, Lager- und Bürogebäude, Unterkünfte usw. Das ganze Ensemble wird von einem Zaun, damals einem einfachen Maschendrahtzaun mit Stacheldraht, geschützt. Es gab ein Haupttor, das rund um die Uhr besetzt und ein Nebentor, das nachts geschlossen war. Der Zaun war rund 30 Kilometer lang. Zur Bewachung gab es rund 20 Mann, die insgesamt ein Fahrzeug zur Verfügung hatten und in Schichten entweder draußen waren oder ruhen konnten. Hinzu kamen einige zivile Wachmänner mit Hunden, die unmittelbar die Flugzeuge bewachten und mit UZI-Maschinenpistolen bewaffnet waren. Die militärischen Wachen hatten die üblichen G-3 Sturmgewehre, die zwar 20-Schuss Magazine hatten, aber nur mit 10 Schuss geladen waren. Der Wachhabende und der OvWa (Offizier vom Wachdienst) hatten P-1 Pistolen mit 8-Schuss Magazinen, die mit 5 Schuss geladen waren. Jeweils ohne Reservemunition am Mann. Ich hatte gelegentlich als junger Offizier das Vergnügen, mir als OvWa die Nacht um die Ohren zu schlagen. Dabei auch Zeit, mir auszumalen, was wohl im Falle eines ernsthaften Überfalls zu tun sei. Immerhin hatte es einige Jahre zuvor einen Überfall auf ein Munitionsdepot mit mehreren Toten gegeben. und die Terrororganisation RAF war auf dem Höhepunkt ihres Wirkens. Wir wären im Ernstfall hoffnungslos unterlegen gewesen, zumal wir ja nicht einmal in der Lage waren, den Zaun überhaupt wirksam zu überwachen. Wie hilflos die deutschen Sicherheitskräfte damals waren, hatte sich ja kurz zuvor bei dem Überfall auf das israelische Olympiateam in München gezeigt.
Flughafensicherheit 1981
Ein Kollege war zu einer Geschäftsreise aufgebrochen und hatte erst am Flughafen festgestellt, dass er wichtige Unterlagen vergessen hatte. Er rief von einer öffentlichen Telefonzelle in der Flughafenhalle des Flughafens München Riem in seinem Büro an. Ich war gerade dort. Seine Sekretärin bat mich, ihm die Tasche zu bringen. Ich fuhr also eiligst zum Flughafen. Vorbei am Hauptgebäude zu einem Tor im Zaun, das Lieferanten und Dienstleister benutzten. Dort sagte ich dem Wächter, dass ich wichtige Unterlagen für einen Passagier der Maschine nach …hab ich vergessen … hätte. Die war schon abgefertigt, wartete nur noch auf die Unterlagen. Der Wachmann zeigte mir die Maschine auf dem Vorfeld und ließ mich direkt mit meinem PKW dort hinfahren. Auf der Gangway wartete eine Stewardess, der ich die Tasche übergab. Die Flugzeugtür wurde geschlossen, die Gangway weggeschoben und das Flugzeug konnte starten.
Militärische Gastfreundschaft
Anfang der 80er hatten wir uns mit einigen amerikanischen GIs angefreundet. Wir wohnten unweit der McGraw Kaserne in München, wo die Leute mit den großen Ohren saßen, die die Signale auswerteten, die die Riesenantennen in Bad Aibling auffingen. Zwischen unserer Wohnung und der Kaserne, im Ortsteil Fasangarten, lagen die Wohnungen der Soldatenfamilien. Wir waren dort oft zu verschiedenen Gelegenheiten, „Little Oktoberfest“, Schülertheater in der Turnhalle usw. und hatten viel Spaß mit diesen netten Nachbarn. Direkt in der Kaserne war der „Community Club“. Dort konnte man die angesagteste Musik hören und bekam Cocktails und Longdrinks für 1 US$, „Tequila Sunrise“, „Singapore Sling“ usw. Wenn ich mit meinem Chevrolet Camaro in die Kaserne fuhr, winkte ich dem Posten aus dem fahrenden Auto kurz zu und fuhr direkt zum Club, wo ich meistens unmittelbar vor der Tür parken konnte. Das Gelände war ansonsten unauffällig mit Kameras überwacht. Später wurden an der Einfahrt Panzersperren und Sandsackstellungen mit Maschinengewehren errichtet. Statt der freundlichen Wachen mit hochglanzpolierten Stiefeln und dem 45er Colt an der Seite gab es schwer bewaffnete Soldaten mit Kampfanzügen, Stahlhelm und Splitterschutzwesten, die wenig Humor ausstrahlten.
Fehlfarben
Eine der Errungenschaften für amerikanische Soldaten war der „PX Shop“, eine Art Supermarkt, in dem man amerikanische Waren für kleines Geld einkaufen konnte. „Für eine Handvoll Dollar ...“. Meine kleine Monika wollte nun mit Larry, einem unserer kohlrabenschwarzen amerikanischen Freunde, im PX einkaufen gehen. Keines Hindernis - dort kam man tatsächlich nur mit einem Dienstausweis hinein. Als sprach Larry eine Kameradin an, ob sie Monika kurz ihren Dienstausweis leihen könnte. Sie war so freundlich. Eine Schwarze mit Afro Look. So ging also meine hellhäutige, blauäugige Monika mit damals wallender blonder Mähne mit diesem Dienstausweis problemlos in den PX. Das ist wohl nach rund 40 Jahren mittlerweile verjährt. Hoffentlich! Heute würden wohl beide ohne lange Diskussion in Guantanamo landen.